Der 6. Sinn im Marketing - das verkannte Rassepferd

Ein Reutlinger Geschäftspartner hatte mir vor einiger Zeit folgende Geschichte über das Wesen des Marketings geschenkt. Die kurze Geschichte hat mir so gefallen, dass ich diese Ihnen auch vorstellen möchte.

Es war einmal ein Mann, der wollte ein edles Pferd auf dem Markt verkaufen. Nun war schon der dritte Marktmorgen und noch immer interessierte sich keiner der Marktbesucher dafür.

Da suchte der Mann Herrn Vanillo, den berühmten Pferdeexperten, auf und sprach zu ihm: „Ich habe ein gutes und schönes Pferd zu verkaufen, aber keiner von den Marktbesuchern gönnt ihm einen Blick, niemand erörtert seine Vorzüge. Wenn Ihr, Herr , heute einmal vorbeikommen könntet und Euch für mein Pferd interessieren würdet ... Ich räume Euch gerne den halben Verkaufserlös meines Pferdes für diese Mühe ein."

So begab sich der Experte zum Markt. Gleich bei der Ankunft begrüßte er das Pferd mit verlangenden Blicken, dann ging er wieder, die Augen immerfort nach ihm wendend. An diesem Morgen erreichte der Preis des Pferdes noch eine Höhe von tausend Goldbarren.

Keineswegs war das Pferd an den Vortagen eine klapprige Mähre gewesen und erst an diesem Tag zu einem rassigen Geblüt und Renner geworden. Allein, weil keiner es zuvor gewürdigt hatte, gab es so lange keinen Kaufinteressenten.

Genau so ist es bei anderen Schätzen: Willst du einem Käufer Kostbarkeiten wie eine wertvolle Perle oder ein Juwel anbieten, so musst du das Kleinod in eine Jadeschatulle betten, die du mit einer goldenen Schnur verschließt. Drückst Du es aber dem Käufer unzeremoniös in die Hand, wird dieser es nur skeptisch beäugen, gar zornig das Schwert zücken.

Wieso? - Weil Du das Geschenk ohne Bezugsrahmen offeriert hast.